Die Großballei Deutschland

Der Begriff "Ballei" ist uns heute weitgehend fremd. Er stammt aus dem Germanischen und bedeutet so viel wie "Ballung" oder "Ansammlung". Eine ebenfalls im Orden gebräuchliche und gleichwertige Bezeichnung dafür wäre auch "Großpriorat".


Die Großballei Deutschland untergliedert sich in Kommenden. Dieser Ausdruck kommt aus dem Lateinischen und bezeichnet ursprünglich ein "beschütztes Gebiet".


Die Kommende Schlatt ist die Keimzelle des Lazarus Ordens auf deutschem Boden. In Schlatt gab es schon im Mittelalter einen Lazarus Sitz. Überliefert ist unter anderem das Gebet der Lazarus-Ritter von Schlatt. Dort versammelten sich im Jahre 1974 deutsche Lazarus Ritter, um an diesem historischen Ort wieder eine Kommende des Lazarus Ordens ins Leben zu rufen.
Es dauerte seine Zeit, bis sich in der Großballei Deutschland die Notwendigkeit einer regionalen Ordensstruktur durchsetzte. Auf der Basis der entsprechenden Beschlüsse des Kapitels der Großballei entstanden in den 90ziger Jahren des letzten Jahrhunderts - im 2. Jahrtausend nach Christus - sehr rasch Kommenden in Berlin, Bayern und im Rheinland (ehemals Nordrhein). Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Der Orden wächst, so dass die Gründung weiterer Kommenden in Aussicht steht, unter anderem in Schleswig und in Württemberg. Durch die Vereinigung gibt es seit dem 1.Januar 2012 die Kommende Hessen-Nassau.

Der Orden ist hierarchisch aufgebaut. Das Ordnungsgefüge ist militärisch. Die Arbeit des Ordens ist überwiegend hospitalisch. Das Wort "hospitalisch" beschreibt eine von den drei wesentlichen programmatischen Tätigkeiten des Ordens, die den Armen, Kranken und Notleidenden gilt.
 

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Hilfe für Straßenkinder in Indien,
ein Ziel der hospitalischen Arbeit

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Die Bewahrung des Christentums und seiner Werte in einer stark säkularisierten Welt hat dagegen einen äußeren und einen inneren Aspekt. Zum einen geht es um das couragierte öffentliche Bekenntnis zu Jesus Christus vor aller Welt, zum anderen um die stetige Einübung und Pflege von Gebet und Gottesdienst als jener Quelle, aus der die Kraft und der Mut zum öffentlichen Bekenntnis für Jesus Christus erwachsen.

Das Leben in der Ökumene der Christenheit zeugt von der großen Sehnsucht nach der Einheit zwischen allen Christen. Christen aller Bekenntnisse, Frauen wie Männer, finden im Lazarus Orden eine gleichwertige Heimat. Gegenseitige Achtung und eine Kultur der versöhnten Verschiedenartigkeit prägen die Gemeinschaft des Ordens.


Die Mittelbeschaffung für die hospitalischen Projekte des Ordens erfolgt über die Deutsche Lazarus Stiftung, befreundete Stiftungen, den Europäischen Sozialfond oder über Zuwendungen, Geld- und Sachspenden sowie Erlöse aus sozialen Diensten.
 

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Richard Deutsch Haus
in Rumänien

Die hospitalische Arbeit wird einerseits durch private Initiativen der Ordensmitglieder oder andererseits durch die eigenen und befreundeten Hilfswerke des Ordens vollzogen. Beide Adern der hospitalischen Arbeit werden innerhalb des Ordens gleichwertig betrachtet und entsprechend gefördert.
 

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Behindertenbeförderung im Projekt
 

Die Damen, Ritter, Kommandeure, Offiziere, Mitglieder, Novizen und Postulanten des Ordens bilden eine "Bruderschaft" im Sinne einer geistlichen Familie. Äußeres Zeichen der Brüderlichkeit ist der Ordensmantel. Das Ordenskreuz symbolisiert die Zugehörigkeit zur Christen-heit und ist keine Dekoration oder Auszeichnung für ein persönliches Verdienst. Mitglied kann jeder Getaufte werden, der einer christlichen Kirche angehört und praktizierender Christ ist. Postulat und Noviziat umfassen zusammen mindestens je sechs Monate. Der Kandidat wird bis zur Aufnahme in den Orden von zwei persönlichen Mentoren begleitet.
International haben sich im Jahre 2007 in England und Potsdam die wichtigsten Juristdiktionen (Australien, England & Wales, Dänemark, Deutschland, Irland, Liechtenstein, Neuseeland, Östereich, Rumänien, Ungarn) getroffen und beschlossen national vergleichbare Wege zu gehen, bis es eine Möglichkeit der (Wieder)vereinigung des Ordens gibt.
Am 13.September 2008 hat sich in Manchester der Internationale Orden wiedervereinigt. Zusammen mit der "Norwich Group" ist der Orden in Deutschland nun wieder vollwertiges Mitglied der internationalen Gemeinschaft, die mit

 

H.E. Don Carlos Gereda de Borbón, Marquis d' Almazàn 
 

Ihren gemeinsamen 49. Großmeister gewählt haben. Damit ist die internationale Vereinigung vollzogen
Seit diesen Tagen bemühen sich die Jurisdiktionen in den einzelnen Mitgliedsländern um nationale Vereinigung. Nach intensiven Gesprächen vereinigen sich in Deutschland die bisherige Großballei und das bisherige Großpriorat zur Großballei Deutschland. Der Vertrag zur Vereinigung trat am Tage der Unterzeichnung (10.September 2011 im Kloster Heilsbronn) mit Wirkung vom 1. Januar 2012 in Kraft.
 


 

Gemäß Einigungsvertrag vom September 2011 wird das ehemalige Zisterzienser Kloster in Heilsbronn, heute das Evangelische Religionspädagogische Institut des Freistaates Bayern beherbergt, zum Geistlichen Zentrum der Großballei Deutschland ernannt, in welchen für die nächsten Jahre die Frühjahrstagung des Ordens und die Herbst-Investitur der Großballei stattfinden. Dort ist auch der Dienstsitz des Ordenskaplans Pfarrer Klaus Buhl SChLJ.