Der Militärische und Hospitalische Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem

DIE VERFASSUNG
DES MILITÄRISCHEN UND HOSPITALISCHEN ORDENS
DES HEILIGEN LAZARUS VON JERUSALEM


ARTIKEL 1

1.1 WESEN DES ORDENS

Der Militärische und Hospitalische Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem ist ein internationaler
ökumenischer christlicher Ritterorden. Er ist gleichermaßen ein Militärischer Orden der
Barmherzigkeit und ein Hospitalischer Orden, gewidmet der Sorge und dem Beistand für die
Kranken und Armen sowie der Unterstützung und Verteidigung des christlichen Glaubens und der
Traditionen und Grundsätze christlicher Ritterlichkeit.


ARTIKEL 2

2.1 RELIGION
Alle Mitglieder des Ordens müssen praktizierende Angehörige eines anerkannten christlichen
Bekenntnisses sein und sich dazu bekennen, die Grundsätze des Christentums durch ihr Leben, ihr
Vermögen und ihre Ehre hochzuhalten. Personen, die nicht christlichen Glaubens sind, können dem
Orden als Genossen angehören.


ARTIKEL 3

3.1 ZIELE DES ORDENS
Die Ziele des Ordens sind:

Bewahrung und Verteidigung des christlichen Glaubens;
Fortsetzung seiner historischen Unterstützung der Christen im Heiligen Land;
Unterstützung, Beistand und Hilfe für die Armen, Kranken und Leidenden, insbesondere
  jene, die an Lepra oder ähnlichen Krankheiten leiden;

Förderung und Bewahrung der Grundsätze christlicher Ritterlichkeit;
Arbeit für die christliche Einheit;
Befolgung der Lehren Christi;
Durch seine Aktivitäten in den Bereichen Wohltätigkeit, Menschenliebe, Gesundheit und
  Bildung will der Orden das Erreichen der Ziele und Grundsätze der Satzung der Vereinten


ARTIKEL 4

4.1 KREUZ DES ORDENS
Das Kreuz des Ordens ist der Tradition nach ein achtspitziges Kreuz in grüner Farbe, allgemein Malteserkreuz genannt.


ARTIKEL 5

5.1 WAPPEN DES ORDENS
Das Wappen des Ordens zeigt ein grünes Kreuz auf silbernem Schild, aufgelegt auf einem
achtspitzigen Kreuz, umrahmt von der Großen Kollane des Ordens, alles auf einem Wappenmantel
aus Zobel mit Quasten und goldenen Ornamenten liegend, auf der linken Seite mit dem grünen
achtspitzigen Kreuz, zuoberst die mit Zobel gesäumte östliche Krone des Ordens, mit Kreuz und
goldenem Reichsapfel, unterhalb des Wappens der Wahlspruch des Ordens „Atavis et Armis“.

5.2 SIEGEL DES ORDENS
Das Siegel des Ordens zeigt das Wappen des Ordens und die Inschrift „S. Ordinis Sancti Lazari in
Jerusalem“.

5.3 WAHLSPRUCH DES ORDENS
Der Wahlspruch des Ordens lautet in Latein „Atavis et Armis“.


ARTIKEL 6

6.1 ANRUFUNG
Jeder offizielle Akt des Ordens wird durch die traditionelle Anrufung „Im Namen Gottes, der
Jungfrau Maria und des Heiligen Lazarus“ oder durch die Anrufung „Im Namen Gottes, des Vaters,
des Sohnes und des Heiligen Geistes“ oder durch eine inhaltlich ähnliche Anrufung eingeleitet.


ARTIKEL 7

7.1 SITZE DES ORDENS
Die Sitze des Ordens sind wie folgt:

Der Titularsitz des Ordens, der sich nacheinander in Jerusalem, St. Jean d’Acre und Schloss
Boigny in Frankreich, dessen Ruinen und im derzeitigen Schloss befunden hat, bleibt als
Titularsitz bestehen.

Der Großmeisterliche Sitz des Ordens befindet sich an einem vom Großmeister bestimmten Ort.

Der Verwaltungssitz des Ordens ist der festgelegte Ort, an dem sich die Großkanzlei des Ordens befindet.


ARTIKEL 8

8.1 FÜHRUNG DES ORDENS
Die Führung des Ordens besteht aus:
- dem Großmeister
- dem Generalkapitel
- dem Großmeisterlichen Rat
- dem Hohen Exekutivkomitee
- dem Hohen Rat und
- den Leitern der nationalen Jurisdiktionen

8.2 DER GROSSMEISTER
Der Großmeister ist das Oberhaupt des Ordens und alle Befugnisse und Amtsgewalt des
Generalkapitels sind an ihn delegiert, sofern hierin nichts anderes verfügt wird. Er wird vom
Generalkapitel gewählt und muss aktives Mitglied des Ordens und Mitglied einer regierenden oder
ehemals regierenden Familie sein oder einen erblichen Titel des Hohen Adels tragen.

Er wird auf Lebenszeit in die Würde des Großmeisters gewählt; durch Ablegung des nachstehend
angeführten Amtseides verpflichtet er sich jedoch, dass seine erste Amtszeit als Oberhaupt des
Ordens andauert, bis er abtritt, abdankt, das Alter von fünfundsiebzig (75) Jahren erreicht oder
amtsunfähig wird, was immer zuerst eintritt.

Nach Erreichen des Alters von fünfundsiebzig (75) Jahren kann er vom Großmeisterlichen Rat für
einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren wiederbestellt werden. Im Falle einer Amtsunfähigkeit
kann der Großmeisterliche Rat das Generalkapitel einberufen, das über die Wahl eines Nachfolgers
entscheiden kann.

Sobald und nachdem der Großmeister nicht mehr als Oberhaupt des Ordens fungiert, kann ihm die
Würde des Großmeisters Emeritus verliehen werden.

Vor seiner Amtseinführung als Oberhaupt des Ordens muss der Großmeister in Gegenwart des
Geistlichen Protektors bei einer Tagung entweder des Generalkapitels oder des Großmeisterlichen
Rates folgenden Eid ablegen:

„Ich gelobe feierlich vor Gott, dem Allmächtigen, seine Heiligen Gebote stets zu ehren,
hochzuhalten und zu beachten, und sicherzustellen, dass sie, so weit dies im Rahmen meiner
Macht liegt, hochgehalten, in Ehren gehalten und beachtet werden; den Militärischen und
Hospitalischen Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem loyal und gewissenhaft zu
verwalten und zu leiten, wie dies der Aufgabe und Würde des Großmeisters zukommt; die
Statuten, Vorschriften, Dekrete und Bräuche des Ordens hochzuhalten, und sicherzustellen,
dass diese von allen Mitgliedern des Ordens hochgehalten und beachtet werden; so wahr mir
Gott helfe."

8.2.1 DER KOADJUTOR
Der Koadjutor ist nach dem Großmeister und, gegebenenfalls, dem Großmeister Emeritus der
höchste Würdenträger des Ordens. Der Koadjutor ist bereits vor seiner Ernennung Mitglied des
Ordens und sollte einer regierenden oder ehemals regierenden Familie angehören oder einen
erblichen Titel des Hohen Adels tragen. Er wird vom Großmeister auf Empfehlung und mit
Zustimmung des Großmeisterlichen Rates ernannt um zu dienen, solange der Großmeister im Amt
verbleibt. Der Koadjutor tritt an die Stelle des Großmeisters, wenn der Großmeister krank oder
amtsunfähig ist oder auf andere Weise seine Amtsgeschäfte vorübergehend nicht ausüben kann.
Im Falle einer längeren oder ständigen vom Großmeisterlichen Rat festgestellten Amtsunfähigkeit
des Großmeisters, seines Todes oder seiner Abdankung fungiert der Koadjutor als interimistischer
Großmeister, bis das Generalkapitel einen Nachfolger für den Großmeister gewählt hat. Mit
Zustimmung des Großmeisterlichen Rates steht er als Kandidat für dieses Amt zur Verfügung.


8.2.2 VAKANZ DES AMTES DES GROSSMEISTERS UND DES KOADJUTORS
Kann der Großmeister sein Amt nicht ausüben, wird der Orden vom Koadjutor geleitet, bis der
Großmeister seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen kann oder ein neuer Großmeister gewählt
wird. Sollte auch das Amt des Koadjutors vakant sein, dann - und nur dann - wird der Orden vom
Hohen Exekutivkomitee geleitet, bis ein Großmeister gewählt wird.


8.2.3 DER GROSSMEISTER EMERITUS
Ein Großmeister, dem die Würde des Großmeisters Emeritus verliehen wird, hält diese auf
Lebenszeit. Der Großmeister Emeritus steht in der protokollarischen Rangordnung des Ordens an
zweiter Stelle nach dem Großmeister.
 

8.2.4 ERNENNUNGEN DURCH DEN GROSSMEISTER
Der Großmeister ernennt alle Hohen Amtsträger und alle anderen Mitglieder der Großmeisterei,
vorbehaltlich nur der in Artikel 9 nachstehend angeführten Bedingungen. Er billigt auch die
Ernennung aller Großpriore, Großbaillis, Priore, Baillis und anderer Leiter von Jurisdiktionen. Er hat
die alleinige Befugnis zur Verleihung der Ränge des Großkreuzritters, der Großkreuzdame und des
Kirchlichen Großkreuzes des Ordens und ebenso derselben Ränge bei den
Verdienstmitgliedschaften des Ordens.
 

8.2.5 DELEGIEREN DER AMTSGEWALT
Um die Geschäftsführung und Arbeit des Ordens zu erleichtern, kann der Großmeister auf
Empfehlung und mit Zustimmung des Hohen Exekutivkomitees und unter von ihm gesetzten
Grenzen in einer von ihm für angebracht erachteten Weise und in Übereinstimmung mit der
Verfassung und den Verordnungen seine Befugnisse oder seine Amtsgewalt für die laufenden
Geschäfte des Ordens an einen von ihm bestimmten Amtsträger des Ordens delegieren.


8.2.6 ABLEHNUNG DER AUFNAHME
Gegen den Einspruch des Großmeisters darf niemand in den Orden aufgenommen werden oder
dem Orden als Genosse angehören.
 

8.2.7 AUSSCHLUSS UND ABBERUFUNG
Mitglieder, die gegen die Ziele, Zwecke oder Verhaltensregeln oder die Integrität des Ordens
verstoßen oder auf andere Weise ihre Verpflichtungen und Aufgaben der Mitgliedschaft im Orden
und die Loyalität gegenüber diesem vernachlässigen, können vom Hohen Exekutivkomitee aus dem
Orden ausgeschlossen werden. Jedes Mitglied, das ein Amt oder eine Würde im Orden innehat,
kann vom Hohen Exekutivkomitee von diesem Amt oder dieser Würde abberufen werden, wenn
dieses nach seinem alleinigen Ermessen bestimmt, dass diese Vorgangsweise im besten Interesse
des Ordens liegt.
 

8.2.8 BEDINGUNGEN FÜR DIE ERNENNUNG
Alle in ein Amt oder eine Würde innerhalb des Ordens berufenen Mitglieder des Ordens dienen zum
Wohlgefallen des Großmeisters in diesem Amt oder dieser Würde für einen vorgeschriebenen
Zeitraum oder vorgeschriebene Zeiträume; vorbehaltlich anderer Verfügungen hierin übersteigt die
Amtsdauer jedoch in keinem Fall zehn Jahre. Auf Empfehlung und mit Zustimmung des Hohen
Exekutivkomitees kann der Großmeister eine solche Amtszeit oder Würde auf einen nicht mehr als
fünf weitere Jahre dauernden Zeitraum oder Zeiträume ausdehnen.


8.3 DAS GENERALKAPITEL
Das oberste Führungsorgan und Träger aller Befugnisse im Orden ist das Generalkapitel, wenn es
einberufen ist. Ist das Generalkapitel nicht einberufen, werden diese Befugnisse an den
Großmeister delegiert und liegen in seinen Händen, sofern hierin nichts anderes verfügt wird. Das
Generalkapitel besteht aus allen Mitgliedern des Ordens von hohem Ansehen im Rang eines Ritters
oder einer Dame; dieses hohe Ansehen wird vom Leiter der nationalen Jurisdiktion, der er oder sie
angehört, schriftlich bestätigt. Jeder Ritter oder jede Dame von hohem Ansehen ist im
Generalkapitel entweder persönlich oder durch eine dem Leiter seiner oder ihrer nationalen
Jurisdiktion erteilte schriftliche Vollmacht stimmberechtigt. Jeder Akt des Generalkapitels erhält
Gültigkeit, wenn er mit Zustimmung von mindestens zwei Dritteln der persönlich anwesenden oder
durch Vollmacht vertretenen Wahlberechtigten gebilligt wird.
Auf Anweisung des Großmeisters oder nach dem Tod des Großmeisters oder im Auftrag des
Großmeisterlichen Rates beruft der Großreferendar das Generalkapitel ein. Jede Einberufung des
Generalkapitels erfolgt zumindest einhundertzwanzig (120) Tage vor der Tagung und gleichzeitig
wird den Leitern aller nationalen Jurisdiktionen die Tagesordnung mitgeteilt.


8.4 DER GROSSMEISTERLICHE RAT
Der Großmeisterliche Rat ist für die generelle Ordenspolitik zuständig und billigt alle Kandidaten für
die Position des Großmeisters und/oder des Koadjutors. Er besteht aus allen Hohen Amtsträgern
des Ordens. Er tritt zumindest alle zwei Jahre zusammen und wird vom Großreferendar auf
Anweisung des Großmeisters oder des Hohen Exekutivkomitees einberufen. Die Einberufung seiner
Mitglieder erfolgt zumindest neunzig (90) Tage vor der Tagung und gleichzeitig wird ihnen die
Tagesordnung mitgeteilt. Der Großmeister oder ein von ihm ernanntes Mitglied des
Großmeisterlichen Rates führt im Großmeisterlichen Rat den Vorsitz.


8.5 DAS HOHE EXEKUTIVKOMITEE
Das Hohe Exekutivkomitee ist das wichtigste Führungsorgan des Ordens und für die Überwachung
und Koordination der Ausführung der vom Großmeisterlichen Rat verabschiedeten Ordenspolitik
sowie für andere Aufgaben zuständig, die ihm vom Großmeister oder dem Großmeisterlichen Rat
delegiert oder übertragen werden. Das Hohe Exekutivkomitee besteht aus den Hohen Amtsträgern,
zumindest zwei Leitern nationaler Jurisdiktionen und anderen vom Großmeisterlichen Rat
ernannten Amtsträgern. Der Großmeister ist von Amts wegen Mitglied. Das Hohe Exekutivkomitee
tritt nach Einberufung durch den Großmeister, den Großkommendator des Ordens oder den
Großprior des Ordens zusammen.
 

8.6 DER HOHE RAT
Der Hohe Rat ist für die genaue Prüfung und Beilegung von Differenzen in Sachfragen oder die
Auslegung von Bestimmungen der Verfassung, Verordnungen und Vorschriften des Ordens und der
Großmeisterlichen Dekrete verantwortlich. Der Hohe Rat umfasst fünf Mitglieder: zwei Mitglieder
des Hohen Exekutivkomitees, zwei Leiter nationaler Jurisdiktionen und den Großkommendator des
Ordens, den Großprior des Ordens oder ein anderes Mitglied des Hohen Exekutivkomitees als
Vorsitzenden. Alle Mitglieder werden vom Großmeister ernannt. Der Hohe Rat tritt nach
Einberufung durch das Hohe Exekutivkomitee zusammen.


8.7 LEITER DER NATIONALEN JURISDIKTIONEN
Eine Tagung der Leiter der nationalen Jurisdiktionen findet zumindest alle zwei Jahre statt und alle
Leiter der nationalen Jurisdiktionen, oder ihre designierten Vertreter, und Mitglieder des
Großmeisterlichen Rates nehmen daran teil. Die Tagung wird durch den Großmeister einberufen.
Die Einberufung aller Leiter der nationalen Jurisdiktionen und der Mitglieder des Großmeisterlichen
Rates erfolgt zumindest neunzig (90) Tage vor der Tagung und gleichzeitig wird ihnen die
Tagesordnung übermittelt. Der Großmeister oder ein von ihm ernanntes Mitglied des
Großmeisterlichen Rates führt bei der Tagung der Leiter der nationalen Jurisdiktionen den Vorsitz.


8.8 STIMMRECHTSAUSÜBUNG DURCH STELLVERTRETER
Die Ausübung des Stimmrechts durch Stellvertreter ist nur bei der Tagung des Generalkapitels, wie
in Artikel 8 Absatz 8.3 der Verfassung vorgesehen, erlaubt.


8.9 ABSTIMMUNGEN
Abstimmungen im Orden erfolgen folgendermaßen:

Generalkapitel: Die Abstimmung bei einem Generalkapitel erfolgt gemäß den Bestimmungen
von Artikel 8 Absatz 8.3 der Verfassung.

Großmeisterlicher Rat: Jedes Mitglied des Großmeisterlichen Rates hat bei jeder
vorgebrachten Sachfrage eine Stimme.

Hohes Exekutivkomitee: Jedes Mitglied des Hohen Exekutivkomitees hat bei jeder
vorgebrachten Sachfrage eine Stimme.

Hoher Rat: Jedes Mitglied des Hohen Rates hat bei jeder vorgebrachten Sachfrage eine
Stimme.

Tagung der Leiter der nationalen Jurisdiktionen: Jeder Leiter einer nationalen Jurisdiktion
oder, in seiner Abwesenheit, sein bevollmächtigter Vertreter hat bei jeder vorgebrachten
Sachfrage eine Stimme.
 

ARTIKEL 9

9.1 DIE HOHEN AMTSTRÄGER
Der Großmeister ernennt die Hohen Amtsträger und legt ihre Funktionen, Befugnisse und Pflichten
fest. Die Hohen Amtsträger des Ordens sind der Großkommendator des Ordens, der Großprior des
Ordens, der Kirchliche Großprior des Ordens, der Großkanzler, der Großreferendar, der
Großhospitalier, der Großjustiziar, der Vize-Großkanzler für Verwaltung und der Vize-Großkanzler
für Finanzen. Auf Empfehlung und mit Zustimmung des Hohen Exekutivkomitees kann der
Großmeister weitere Hohe Amtsträger mit den von ihm für notwendig oder angebracht erachteten
Befugnissen und Aufgaben ernennen.
 

9.1.1 GROSSKOMMENDATOR DES ORDENS
Der Großkommendator des Ordens fungiert nach Delegierung durch den Großmeister als
Vorsitzender der Ordensleitung und ist in enger Zusammenarbeit mit dem Großprior des Ordens für
die Implementierung der Ordenspolitik im operativen Geschäftsbereich sowie im Verwaltungs- und
Finanzbereich verantwortlich.
 

9.1.2 GROSSPRIOR DES ORDENS
Der Großprior des Ordens fungiert als oberstes operatives Führungsorgan und ist in enger
Zusammenarbeit mit dem Großkommendator des Ordens für die Leistungen des operativen
Geschäftsbereichs und des Verwaltungs- und Finanzbereichs des Ordens verantwortlich.


9.1.3 KIRCHLICHER GROSSPRIOR DES ORDENS
Der Kirchliche Großprior des Ordens bietet mit Unterstützung eines Geistlichen Beirats den
nationalen Jurisdiktionen Beratung und Beistand und berät den Großmeister und den
Großmeisterlichen Rat in allen ekklesiologischen und geistlichen Belangen des Ordens. Der
Kirchliche Großprior des Ordens wird vom Großmeister nach Rücksprache mit dem Geistlichen
Protektor ernannt.


9.1.4 GROSSKANZLER
Der Großkanzler überwacht den Finanz- und Verwaltungsbereich des Ordens und erfüllt andere ihm
übertragene Pflichten.
 

9.1.5 GROSSREFERENDAR
Der Großreferendar überwacht die Vorbereitung und Einhaltung der korrekten protokollarischen
Vorgehensweisen und Abwicklung aller formellen Tagungen des Ordens. Nach ordnungsgemäßer
Aufforderung ist er für die zeitgerechte Einberufung des Generalkapitels und der Tagungen des
Großmeisterlichen Rates sowie für die Überprüfung und Entgegennahme der Stimmlisten und
Vollmachten von den nationalen Jurisdiktionen verantwortlich.


9.1.6 GROSSHOSPITALIER
Der Großhospitalier ist der höchste medizinische Amtsträger des Ordens und informiert und berät
den Großmeister, den Großmeisterlichen Rat und die nationalen Jurisdiktionen über die
hospitalischen Aktivitäten des Ordens.


9.1.7 GROSSJUSTIZIAR
Der Großjustiziar, ein Angehöriger des rechtsberatenden Standes, ist der höchste rechtliche
Amtsträger des Ordens. Er ist für die rechtlichen Angelegenheiten des Ordens verantwortlich und
berät den Großmeister, den Großmeisterlichen Rat, das Hohe Exekutivkomitee und die nationalen
Jurisdiktionen in rechtlichen Belangen, die den Orden betreffen.


9.1.8 VIZE-GROSSKANZLER FÜR VERWALTUNG
Der Vize-Großkanzler für Verwaltung fungiert als oberster Amtsträger des Ordens für Verwaltung
und ist für alle administrativen Belange des Ordens verantwortlich.


9.1.9 VIZE-GROSSKANZLER FÜR FINANZEN
Der Vize-Großkanzler für Finanzen fungiert als oberster Amtsträger des Ordens für Finanzen und ist
für alle finanziellen Belange des Ordens verantwortlich.


ARTIKEL 10

10.1 GEISTLICHER PROTEKTOR DES ORDENS
Nach alter Tradition ist der Geistliche Protektor des Ordens Seine Seligkeit, der Melkitisch
Griechisch-Katholische Patriarch von Antiochia und dem ganzen Orient, von Alexandria und
Jerusalem. Er ist der Hüter unserer geistlichen Integrität. Mit dem Beistand des Kirchlichen
Großpriors und in Zusammenarbeit mit diesem bietet der Geistliche Protektor dem Orden geistliche
Unterstützung und Orientierung. Im Falle der Amtsunfähgkeit oder Abwesenheit des Geistlichen
Protektors übernimmt der Kirchliche Großprior seine Aufgaben.


ARTIKEL 11

11.1 VERWALTUNG DES ORDENS
Der Großmeister, der Großmeisterliche Rat und das Hohe Exekutivkomitee des Ordens können für
die Leitung des Ordens notwendige oder wünschenswerte Verordnungen und Vorschriften erlassen,
die nicht im Widerspruch zu den Bestimmungen dieser Verfassung stehen.


11.2 VERORDNUNGEN DES ORDENS
Der Großmeisterliche Rat kann für die Leitung des Ordens notwendige oder wünschenswerte
Verordnungen und Änderungen dazu erlassen, die nicht im Widerspruch zu dieser Verfassung
stehen. Die Billigung dieser Verordnungen und Änderungen erfordert die Zustimmung von
zumindest zwei Dritteln der anwesenden Mitglieder des Großmeisterlichen Rates. Das Hohe
Exekutivkomitee kann mit Billigung des Großmeisters einberufen werden, um Verordnungen des
Ordens hinzuzufügen, zu streichen oder zu ändern. Diese Änderungen treten sofort in Kraft und
werden den Mitgliedern mitgeteilt. Sie bedürfen jedoch der Ratifizierung bei der nächsten Tagung
des Großmeisterlichen Rates und treten bei Nichtratifizierung außer Kraft. Der Vize-Großkanzler für
Verwaltung verwahrt Kopien aller Verordnungen und Änderungen dazu mit dem Datum ihrer
Erlassung.


11.3 VORSCHRIFTEN DES ORDENS
Das Hohe Exekutivkomitee des Ordens kann für die Leitung des Ordens notwendige oder
wünschenswerte Vorschriften und Änderungen dazu erlassen, die nicht im Widerspruch zu dieser
Verfassung oder den Verordnungen des Ordens stehen. Die Billigung dieser Vorschriften und
Änderungen erfordert die Zustimmung von zumindest zwei Dritteln der anwesenden Mitglieder des
Hohen Exekutivkomitees. Der Vize-Großkanzler für Verwaltung verwahrt Kopien aller Vorschriften
und Änderungen dazu mit dem Datum ihrer Erlassung.


11.4 GROSSMEISTERLICHE DEKRETE
Der Großmeister erlässt Großmeisterliche Dekrete für die Ernennung aller Hohen Amtsträger, Leiter
der Jurisdiktionen und für andere Akte, die für die Ausübung der Funktionen des Großmeisters
notwendig sein können. Ein Großmeisterliches Dekret darf nicht im Widerspruch zur Verfassung,
einer Verordnung oder einer Vorschrift des Ordens stehen oder diese ersetzen.


ARTIKEL 12

12.1 NATIONALE JURISDIKTIONEN DES ORDENS
Nationale Jurisdiktionen des Ordens werden durch den Großmeister auf Empfehlung und mit
Zustimmung des Hohen Exekutivkomitees eingerichtet. Eine nationale Jurisdiktion umfasst
zumindest dreißig (30) Mitglieder.


12.2 VERFASSUNG, VERORDNUNGEN UND VORSCHRIFTEN DER NATIONALEN

JURISDIKTIONEN
Jede nationale Jurisdiktion kann eine Verfassung und Verordnungen und Vorschriften
verabschieden, die für das Funktionieren und die Leitung einer bestimmten Jurisdiktion ratsam
oder notwendig sind. Keine gemäß dieser Bestimmung verabschiedete Verfassung darf im
Widerspruch mit der Verfassung des Ordens oder einer Verordnung oder Vorschrift des Ordens oder
einem Großmeisterlichen Dekret stehen oder diese ersetzen.


ARTIKEL 13

13.1 VERFASSUNGSÄNDERUNG
Diese Verfassung des Ordens kann mit Zustimmung von mindestens zwei Dritteln der
stimmberechtigten und persönlich anwesenden oder durch Vollmacht vertretenen Mitglieder des
Generalkapitels gemäß ordnungsgemäßer Anzeige einer solchen Änderung oder Modifikation, wie in
Artikel 8 Abschnitt 8.3 vorgeschrieben, geändert werden.


SPRACHE
Diese Verfassung wird in den offiziellen Sprachen des Ordens - Englisch, Französisch, Deutsch und
Spanisch - bekannt gemacht. Sollte eine Auslegung dieser Verfassung erforderlich sein, gilt die
englische Version.

13.2 ZAHL UND GESCHLECHT
Wann immer in dieser Verfassung der Singular verwendet wird, bezieht sich der Singular auch auf
den Plural, wenn dies der Kontext erfordert. Maskuline, feminine und neutrale Formen bezeichnen
jeweils auch die anderen.