Der Militärische und Hospitalische Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem

DIE VERORDNUNGEN
DES MILITÄRISCHEN UND HOSPITALISCHEN ORDENS
DES HEILIGEN LAZARUS VON JERUSALEM

Die Verordnungen beschreiben im Einzelnen die von der Verfassung geforderten Regeln des Ordens

1 EINFÜHRUNG

1.1 AMTSGEWALT FÜR DIE VERORDNUNGEN
Die Verordnungen werden durch das Großmeisterliche Dekret Nr. --/06 in Übereinstimmung mit
Artikel 11 Absatz 11.1 der Verfassung ermächtigt und erlassen.

1.2 ÄNDERUNGEN DER VERORDNUNGEN
Alle Änderungen oder Ergänzungen der Verordnungen müssen vom Großmeisterlichen Rat, wie in
Artikel 11 Absatz 11.2 der Verfassung vorgesehen, gebilligt werden.
 

2 ORGANISATION DES ORDENS

2.1 RECHTSFORM DES ORDENS
Die Rechtspersönlichkeit des Ordens wird international mit dem Namen „Der Militärische und
Hospitalische Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem (International)“, (Gesellschaft Nr.53877048) durch den Führer des Gesellschaftsregisters für England und Wales als eine unter dem
Companies Act 1985 eingetragene Gesellschaft begründet.


2.2 ORGANISATIONSSTRUKTUR DES ORDENS
Der Orden ist in Delegationen, Kommenden, Balleien und Großballeien, Priorate und Großpriorate
gegliedert. Zwischen Großprioraten und Großballeien oder Prioraten und Balleien besteht kein
Unterschied, da diese unterschiedlichen Bezeichnungen historisch bedingt sind. Die in diesem
Dokument verwendeten Begriffe „Ballei“ oder „Großballei“ können auch „Priorat“ oder „Großpriorat“
bedeuten.
Diese Struktur der nationalen Jurisdiktionen wird von einem zentralen Team von Hohen
Amtsträgern unterstützt, die vom Großmeister ernannt werden und denen die Befugnisse und
Aufgaben für die Überwachung der Ordenspolitik und Unterstützung der operativen Programme,
der Verwaltung und der Finanzen des Ordens übertragen werden.


2.3 NATIONALE JURISDIKTIONEN
Nationale Jurisdiktionen werden kraft der Amtsgewalt des Großmeisters durch Erlass eines
Großmeisterlichen Dekrets begründet oder bestätigt. Nur auf diese Weise ordnungsgemäß
begründete nationale Jurisdiktionen dürfen den Namen, die Insignien oder die Embleme des Ordens
verwenden. Es ist festzuhalten, dass der Name, die Insignien und das Wesen des Ordens
eingetragene Warenzeichen sind und ihre Verwendung gesetzlich geschützt ist.
Nationale Jurisdiktionen unterstehen dem Großmeister und werden auf Anweisung des
Großmeisters entweder als Großballei oder Ballei bezeichnet.
Eine Großballei oder Ballei ist üblicherweise in angemessene kleinere Jurisdiktionen untergliedert,
die als Kommenden bezeichnet werden; diese haben aber außerhalb ihrer Großballei oder Ballei
keinen unabhängigen Status. Die Gründung und Benennung von Kommenden wird vom Leiter der
Jurisdiktion vorgeschlagen, muss aber vom Großmeister gebilligt werden.
Eine Delegation ist eine Vereinigung von weniger als fünfzehn Ordensmitgliedern.


2.4 LEITER DER JURISDIKTIONEN
Die Leiter der Jurisdiktionen werden dem Großmeister von ihren Jurisdiktionen zur Billigung und
Ernennung empfohlen. Innerhalb ihrer Jurisdiktion fungieren sie als direkte Vertreter der
Ordensleitung.
Sie sind dem Großmeister gegenüber für alle offiziellen und inoffiziellen Angelegenheiten und
Aktivitäten, für die Finanzgebarung und die Mitgliedschaften innerhalb ihrer nationalen Jurisdiktion
sowie für von ihnen abhängige Subjurisdiktionen gemäß der Verfassung, den Verordnungen und
den Vorschriften des Ordens allein verantwortlich und rechenschaftspflichtig.
Sie können, soweit nötig oder wünschenswert, an ihre Stellvertreter und Kanzler delegieren.
Sie sind für die Abhaltung der Jahreshauptversammlungen aller Mitglieder ihrer Jurisdiktion
verantwortlich. Die Bestimmungen für die Stimmabgabe und andere Vorgehensweisen bei den
Jahreshauptversammlungen sind in den Verordnungen der Jurisdiktionen enthalten (2.5).


2.5 VERORDNUNGEN DER JURISDIKTIONEN
Eine beglaubigte englische Übersetzung der Verordnungen jeder Jurisdiktion ist der Großkanzlei zur
Billigung vorzulegen.
Die Leiter der Jurisdiktionen sind für die Wahrung des rechtlichen Status der Jurisdiktion gemäß
den Gesetzen ihres Landes verantwortlich. Die Jurisdiktionen müssen im aktuellen Register der
Jurisdiktionen des Ordens eingetragen sein.


2.6 AMTSTRÄGER DER JURISDIKTIONEN
Die Leiter der Jurisdiktionen empfehlen dem Großmeister Personen, die zum stellvertretenden Bailli
und/oder Kanzler ernannt werden sollen.
Die Leiter der Jurisdiktionen sind durch den Großmeister ermächtigt, einen Generalsekretär, einen
Kassenverwalter, einen Hospitalier, einen Almonier, Leiter der Subjurisdiktionen und, soweit
notwendig, weitere lokale Amtsträger zu ernennen. Ebenso können sie solche Amtsträger für
Subjurisdiktionen unter ihrer Leitung ernennen oder diese Befugnis an die Leiter der
Subjurisdiktionen delegieren.
Die Leiter der Jurisdiktionen ernennen aus dem Kreis der zahlreichen geistlichen Mitglieder einen
Generalkaplan der Jurisdiktion (siehe 5.4).
Alle für administrative Ernennungen verwendeten Namen müssen die Pflichten des Amts
widerspiegeln und mit den an anderer Stelle in der Verfassung, den Verordnungen oder den
allgemeinen Vorschriften verwendeten übereinstimmen.
Die zeremoniellen Ernennungen des Ordens werden in den allgemeinen Vorschriften geregelt.
Alle anderen Namen, die von ehemaligen Großmeistern gebilligt wurden, bleiben gültig, bis diese
Namen auf natürliche Weise erlöschen.


2.7 WECHSEL EINES LEITERS DER JURISDIKTION
Beim Wechsel eines Leiters der Jurisdiktion oder Subjurisdiktion werden alle nicht vom Großmeister
ernannten Amtsträger derselben neu ernannt. Nach dem Wohlgefallen des Leiters der Jurisdiktion
bleiben sie bis zu zehn Jahre im Amt.


2.8 SUBJURISDIKTIONEN
Subjurisdiktionen sind nicht Teil der Ordensleitung, aber alle Amtsträger derselben treten unter
ähnlichen Bedingungen ab, wie die Mitglieder der Ordensleitung.


2.9 ZEREMONIELLE BESITZTÜMER DER JURISDIKTIONEN
Jede Jurisdiktion sollte eine Nationalflagge und eine Ordensflagge derselben Größe und aus
demselben Material, ein Prozessionskreuz (Malteserkreuz), ein Zeremonienschwert und grüne
Samtkissen zur Auflage der Insignien besitzen.


2.10 ERBKOMMENDEN
Es gibt eine Reihe von Erbkommenden, die direkt dem Großmeister unterstehen, von ihm
eingerichtet werden und nicht den örtlichen Jurisdiktionen unterworfen sind, in deren
geographischem Territorium sie liegen. In Ausnahmefällen kann der Großmeister weitere
Kommenden unter bestimmten Bedingungen unter bestimmten Bedingungen errichten, die in
einem Großmeisterlichen Dekret formuliert werden.
Der Erbkommendator kann mit schriftlicher Billigung des Großmeisters/Großkommendators, einen
Vize-Kommendator und einen Kanzler ernennen. Mehr als 50% der Mitglieder müssen der Familie
des Erbkommendators angehören. Die Pflichten und Aufgaben einer solchen Kommende werden im
Ernennungsdekret geregelt.

Im Falle des Todes oder des Abtretens eines Erbkommendators müssen alle Mitglieder einen
Nachfolger aus derselben Familie wählen. Ein Vorschlag hat dann an den Großkanzler zur Prüfung
und der Setzung von Maßnahmen zu ergehen. Es ist das Vorrecht des Großmeisters, diesen
Vorschlag anzunehmen oder abzulehnen.


2.11 DIE INTERNATIONALE GROSSBALLEI
Früher konnten Mitglieder, die nicht ihrer nationalen Jurisdiktion angehören wollten oder konnten,
um den Status „In Gremio Religionis“ ansuchen, gemäß dem sie direkt dem Großkanzler unterstellt
waren. Nun wird eine Internationale Großballei eingerichtet, und solche Mitglieder sowie die
aktuellen Mitglieder, die den Status „In Gremio Religionis“ haben, können um Aufnahme in dieselben suchen.


3 VERWALTUNG

3.1 ANWESENHEIT DES GROSSMEISTERS BEI TAGUNGEN
Der Großmeister oder der von ihm delegierte Vertreter können an jeder Tagung des Ordens an
jedem Ort der Welt von Amts wegen teilnehmen.

3.2 KONTAKT MIT MITGLIEDERN ANDERER JURISDIKTIONEN
Während der internationale Dialog zwischen den Mitgliedern auf einer Reihe formaler Ebenen durch
Bestimmungen geregelt ist, wird der positive internationale Dialog zwischen einzelnen Mitgliedern,
die auf das Erreichen der Ziele und Zwecke des Ordens hinarbeiten, ermutigt. Diese individuellen
Kontakte bedürfen der vollen Billigung des Leiters der nationalen Jurisdiktion des Mitglieds, und zu
jeder Zeit ist dafür Sorge zu tragen, dass durch alle an solchen Kontakten beteiligten Personen
guter Glauben („bona fides“) der Mitgliedschaft begründet wird.


3.3 STIMMRECHTSAUSÜBUNG DURCH VERTRETER
Alle Abstimmungen innerhalb des Ordens erfolgen persönlich. Es wird keine schriftliche
Bevollmächtigung anerkannt, mit Ausnahme jener, die in der Verfassung unter Absatz 8.3 „Das
Generalkapitel“ erwähnt ist.


3.4 AUSSERHALB EINER NATIONALEN JURISDIKTION LEBENDE MITGLIEDER
Mitglieder, die vorübergehend in einem anderen als in ihrem Heimatland leben, können mit
Zustimmung des Leiters der nationalen Jurisdiktion ihres Landes um die Ehrenmitgliedschaft der
nationalen Jurisdiktion des Aufenthaltslandes ansuchen. Ihre Teilnahme an den Aktivitäten und
Versammlungen dieser Jurisdiktion wird erwartet, aber sie haben in dieser Jurisdiktion kein
Stimmrecht. Mitglieder, die in einem Land leben, in dem es derzeit keine nationale Jurisdiktion gibt,
können um Aufnahme in die Internationale Großballei ansuchen.


3.5 JAHRESBERICHTE UND FINANZEN
Das Geschäftsjahr des Ordens läuft vom 1. Jänner bis 31. Dezember jeden Jahres und ist mit dem
Haushaltsjahr identisch.

Die nationalen Jurisdiktionen müssen ihre Jahresabschlüsse prüfen lassen. Kein Bankkonto des
Ordens darf auf den Namen einer Einzelperson oder von Einzelpersonen lauten.

Die nationalen Jurisdiktionen müssen dem Vize-Großkanzler für Finanzen die Einzelheiten über alle
Bankkonten sowie Namen und Adresse ihrer Prüfer bekannt geben.

Der Begriff „Prüfer“ in einer nationalen Jurisdiktion bezieht sich auf mindestens zwei Mitglieder der
nationalen Jurisdiktion, die keine Amtsträger der Jurisdiktion sind, die entsprechende Qualifikation
und ausreichende Ordenserfahrung aufweisen, um sachkundige Entscheidungen über die
Abschlüsse treffen zu können.

Die nationalen Jurisdiktionen müssen dem Vize-Großkanzler für Finanzen bis zum 31. März des
Folgejahres einen Jahresbericht vorlegen, der in einem von ihm festzulegenden Format die
folgenden Einzelheiten enthält:

Mitglieder nach Rängen am Beginn und am Ende des Jahres;
Anzahl der während des Jahres eingetretenen Postulanten mit den ihnen zuerkannten
  Rängen;

Anzahl der Rangerhöhungen nach Zahl, Rängen und GC-Nummer;
Namen der ausgeschiedenen oder verstorbenen Mitglieder;
Aufstellung der Gelder nach Posten gegliedert, die auf das Konto der Großkanzlei des
  Ordens überwiesen wurden;

Eine geprüfte Jahresabrechnung.


3.6 BEITRÄGE UND GEBÜHREN

Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Orden ist, dass jedes Mitglied die Aufnahmegebühren,
Jahresgebühren und Beförderungsgebühren, die vom Hohen Exekutivkomitee von Zeit zu Zeit
ordnungsgemäß festgelegt werden, im Voraus bezahlt.
Erst nach der Bezahlung an die nationale Jurisdiktion wird die Mitgliedschaft oder der durch die
Beförderung erworbene Rang für die Ausstellung einer Mitglieds- oder Beförderungsurkunde
wirksam.

Alle Gebühren sind direkt an die nationale Jurisdiktion zu entrichten. Der auf die Großkanzlei
entfallende Anteil dieser Gebühren ist dem Vize-Großkanzler für Finanzen bis spätestens
31. März zu überweisen.

In Einzelfällen dürfen die Leiter der einzelnen Jurisdiktionen des Ordens mit Billigung des
Großmeisters auf Empfehlung des Vize-Großkanzlers für Finanzen die Vorgaben dieses Abschnitts
vorübergehend außer Kraft setzen, nachsehen oder ändern.

3.7 BERICHTSWESEN DER GROSSKANZLEI
Der Vize-Großkanzler für Finanzen führt geprüfte Aufzeichnungen über alle Bankkonten der Kanzlei
und legt dem Hohen Exekutivkomitee bis 31. März des Folgejahres einen Jahresbericht vor, der
folgende Einzelheiten enthält:

- Alle Gelder, die auf alle Konten der Großkanzlei einbezahlt wurden;
- Die geprüften Abrechnungen gemeinsam mit dem ersten und letzten Kontoauszug des Jahres;
- Die Abrechnungen des Großkustos der Insignien;
- Die Vermögenswerte im Besitz des Ordens.

Zusätzlich:

- Der Vize-Großkanzler für Finanzen legt dem Großmeisterlichen Rat im Herbst jedes Jahres das
Betriebsbudget der Großkanzlei zur Billigung vor.


Die Bankkonten der Großkanzlei werden von einer vom Hohen Exekutivkomitee für einen Zeitraum
von drei Jahren bestellten Wirtschaftsprüfungsfirma geprüft. Diese Bestellungen können mit
demselben Aufgabenbereich für Zeiträume von weiteren drei Jahren erneuert werden.
Nach der Billigung der Konten der Großkanzlei bestätigt das Hohe Exekutivkomitee dem Vize-
Großkanzler für Finanzen schriftlich die Billigung der Konten und seine Entlastung von jeglicher
finanzieller Haftung, die sich aus den Konten ergeben könne.

Der Vize-Großkanzler für Finanzen konsolidiert die Jahresberichte der Leiter der Jurisdiktionen
gemeinsam mit dem Bericht über die Kanzleikonten zu einem Gesamtbericht für den Orden, den er
dem Hohen Exekutivkomitee vor Ende September jenes Jahres zur Billigung vorlegt. Nach der
Billigung verteilt das Hohe Exekutivkomitee den Bericht an die Leiter der Jurisdiktionen.


3.8 INTERNE PRÜFUNG
Der Großkustos führt interne Prüfungen aller finanziellen Aktivitäten des Ordens nach seinem
Ermessen, aber zumindest jährlich, in Rücksprache mit dem Großkommendator des Ordens durch.


3.9 JAHRESBERICHTE ÜBER HOSPITALISCHE, GEMEINNÜTZIGE UND ANDERE TÄTIGKEITEN
Die Jurisdiktionen müssen dem Vize-Großkanzler für Verwaltung bis 31. März des Folgejahres einen
Jahresbericht vorlegen, der alle Tätigkeiten und Aktivitäten innerhalb der Jurisdiktion genau
beschreibt. Jene Berichte, die hospitalische und gemeinnützige Tätigkeiten betreffen, sind dem
Großhospitalier zu senden.


3.10 JAHRESBERICHT DES ORDENS
Der Großkommendator des Ordens ist in Zusammenarbeit mit dem Exekutivausschuss für die
Erstellung eines Jahresberichts des Ordens zuständig, der seine finanziellen und gemeinnützigen
hospitalischen und ökumenischen Aktivitäten umfasst.


3.11 LEISTUNGSBEWERTUNG DER FÜHRUNG EINER JURISDIKTION
Aus hinreichendem Anlass hat der Großmeisterliche Rat die Befugnis, das Hohe Exekutivkomitee zu
beauftragen, eine Prüfung der Führungsriege einer nationalen Jurisdiktion durchzuführen. Dies
erfolgt durch zwei oder mehr Hohe Amtsträger, die vom Hohen Exekutivkomitee von außerhalb der
zu prüfenden nationalen Jurisdiktion ernannt werden. Sie haben die ihnen vom Hohen
Exekutivkomitee delegierte Befugnis, die Führungs- und Kommunikationspraktiken der so
geprüften nationalen Jurisdiktion zu untersuchen und dem Hohen Exekutivkomitee darüber zu
berichten.


3.12 UNTERSCHRIFTEN
Großmeisterliche Dekrete betreffend die Leitung des Ordens müssen vom Großmeister, dem
Großkanzler und einem weiteren Hohen Amtsträger unterzeichnet werden. Alle anderen
Großmeisterlichen Dekrete und Diplome betreffend die Leiter der Jurisdiktionen und die Mitglieder
des Ordens sowie administrative Belange müssen vom Großmeister, dem Großkanzler oder einem
Mitglied des Großmeisterlichen Rates und dem Großreferendar unterzeichnet werden. Weisen die
oben angeführten Dokumente nicht die angegebenen Unterschriften auf, sind sie in allen Fällen null
und nichtig.


3.13 ARCHIVE DES ORDENS
Alle Archive des Ordens befinden sich im Castello Lanzun, Malta.


3.14 SIEGEL DES ORDENS
Das Privatsiegel des Großmeisters und des Koadjutors zeigt das persönliche Wappen des
Großmeisters oder des Koadjutors, umrandet von der Inschrift „Der Militärische und Hospitalische
Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem“ sowie „Großmeister“ oder „Koadjutor“ in einer der
offiziellen Sprachen des Ordens.

Das Große Siegel des Ordens zeigt das Wappen des Ordens, umrandet von der Umschrift
„S.Ordinis Sancti Lazari in Jerusalem". Das Siegel des Ordens wird auf allen Diplomen und anderen
wichtigen Dokumenten angebracht. Das Große Siegel des Ordens befindet sich auf Anweisung des
Großmeisters in sicherer Verwahrung. Das Große Siegel, das sich durch die verschiedenen Amtstitel
unterscheidet, wird auch vom Großkommendator des Ordens, dem Großprior des Ordens, dem
Kirchlichen Großprior und dem Großkanzler des Ordens verwendet.

Das Siegel der Mitglieder des Großmeisterlichen Rates zeigt das achtspitzige Kreuz, umrandet
von der Ordenskette, alles umrandet von der Umschrift „Der Militärische und Hospitalische Orden
des Heiligen Lazarus von Jerusalem“, und das Amt oder die Funktion des Inhabers in einer der
offiziellen Sprachen des Ordens.

Die Siegel der Jurisdiktionen zeigen das Wappen des Ordens mit der Umschrift „Der Militärische
und Hospitalische Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem", den Namen der Jurisdiktion und das
Amt oder die Funktion des Inhabers, alles entweder in einer der offiziellen Sprachen des Ordens
oder in der Landessprache der Jurisdiktion. Nur Leiter der Jurisdiktionen (z.B. Großpriore,
Großbaillis, Priore, Baillis, Kommendatoren, Delegierte, Erbkommendatoren), ihre Stellvertreter
und Kanzler sind zur Verwendung solcher Siegel berechtigt.
Alle innerhalb des Ordens verwendeten Siegel müssen beim Amt des Wappenkönigs des Ordens
und beim Großkanzler des Ordens eingetragen werden.


3.15 BESCHWERDEN ÜBER VORGESETZTE
Will sich ein untergeordneter Amtsträger oder ein Mitglied an höherer Stelle über seinen
Vorgesetzten beschweren, kann er dies schriftlich mit Kopie an diesen Vorgesetzten tun. Der
Amtsträger, gegen den sich die Beschwerde richtet, hat keine Befugnis, die Bearbeitung dieser
Beschwerde zu verhindern. Richtet sich eine solche Beschwerde nicht gegen den Großkanzler, so
ist ihm auch eine Kopie zu übermitteln.


3.16 FORMELLE ZEREMONIEN DES ORDENS
Alle formellen Zeremonien des Ordens werden als ökumenische Zeremonien in einer Weise
abgehalten, dass keiner der Teilnehmer in seinen eigenen christlichen Überzeugungen oder
Gebräuchen verletzt wird.


3.17 VERWENDUNG DES ORDENSKREUZES
Das Ordenskreuz darf vom Orden selbst, seinen ermächtigen Jurisdiktionen und
Freiwilligenorganisationen und von allen eingetragenen und aktiven Mitgliedern ab dem Rang des
Mitglieds (MLJ) verwendet werden.


3.18 VERWENDUNG DES WAPPENS DES ORDENS
Das Wappen des Ordens, mit oder ohne Wahlspruch, darf vom Orden selbst und nur von seinen
gebilligten Jurisdiktionen, nicht aber von einzelnen Mitgliedern verwendet werden.


4 MITGLIEDSCHAFT

4.1 MITGLIEDSCHAFT IM ORDEN
In Übereinstimmung mit den Verordnungen und Vorschriften des Ordens können Damen und
Herren, deren Charakter und Ansehen dem Orden Ehre bereiten und für seine Mission von Vorteil
sind, für die Mitgliedschaft im Orden vorgeschlagen werden.


4.2 VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE MITGLIEDSCHAFT
Jede Person, die für die Aufnahme in den Orden vorgeschlagen wird, muss praktizierendes Mitglied
des christlichen Glaubens sowie im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sein und in solchen
Verhältnissen leben und eine solche Position einnehmen, die ihr erlauben, ehrenhaft zu leben und
die Gesetze und Dekrete des Ordens uneingeschränkt einzuhalten und alle Aufgaben der
Mitgliedschaft im Orden zu erfüllen.

Jeder Kandidat für eine Aufnahme in den Orden (Postulant) muss entweder zwei Rittern oder einem
Ritter und zwei Komturen persönlich bekannt sein und diese müssen für ihn zur Aufnahme in den
Orden bürgen.

Postulanten müssen dem christlichen Glauben angehören, von gutem Ruf und fähig sein, die
Aufgaben und Verpflichtungen der Mitgliedschaft im Orden zu erfüllen.
Jeder Postulant muss einen schriftlichen Antrag in einer vom Orden vorgeschriebenen Form
ausfüllen und einen Lebenslauf mit einer Kopie des Taufscheins zur Prüfung vorlegen. Ist kein
Taufschein vorhanden, kann dieser durch eine Bestätigung eines Amtsträgers in der Kirche des
Kandidaten, dass dieser praktizierender Christ ist, ersetzt werden.


4.3 AUFNAHMEALTER
Mit Ausnahme der Fälle, in denen der Großmeister durch Dekret anders entscheidet und wenn sich
Postulanten auf das Recht der erblichen Aufnahme berufen, darf kein Postulant in den Orden
aufgenommen werden, der nicht zum Zeitpunkt der Investitur das Alter von einundzwanzig Jahren
erreicht hat oder im Alter von sechszehn Jahren den Rang eines Esquire einnimmt. Der Rank des
Esquire
hat innerhalb der Jurisdiktion kein Stimmrecht und gilt, bis der Esquire das Alter von
einundzwanzig Jahren erreicht hat.


4.4 INKRAFTTRETEN DER MITGLIEDSCHAFT UND DES RANGES
Die Mitgliedschaften und Ränge treten zu dem Datum in Kraft, an dem die jeweiligen Urkunden für
die Mitgliedschaft oder den Rang unterzeichnet werden.


4.5 ERBLICHE AUFNAHME DER KINDER VON MITGLIEDERN
Söhne und Töchter von Rittern oder Damen, oder in höherem Rang, können nach Erreichen des
Alters von achtzehn Jahren um die erbliche Aufnahme in den Orden ansuchen. Nachdem sich der
Großmeister davon überzeugt hat, dass dieser Postulant auch anderweitig einer Aufnahme würdig
ist, kann er ihn im Rang eines Mitgliedes oder, soweit nach den besonderen Umständen
zweckmäßig, in einem höheren Rang aufnehmen.
Söhne und Töchter von Rittern oder Damen der Justiz, die nach erblichem Recht aufgenommen
wurden, haben bei Erreichen des Ranges Ritter oder Dame erneut den Anspruch auf die Kategorie
der Justiz nachzuweisen oder werden in Ermangelung dieses Nachweises in die Kategorie der
Gnade aufgenommen.


4.6 RÄNGE IM ORDEN
Die Ränge im Orden in aufsteigender Reihenfolge sind:

Esquire (Esq)
Mitglied (MLJ)
Offizier (OLJ)
Komtur (CLJ)
Ritter oder Dame der Gnade (KLJ, DLJ)
Ritter oder Dame der Justiz (KLJ, DLJ)
Großkomtur der Gnade (KCLJ/DCLJ)
Großkomtur der Justiz (KCLJ/DCLJ)
Großkreuzritter oder -dame der Gnade (GCLJ/DGCLJ)
Großkreuzritter oder -dame der Justiz (GCLJ/DGCLJ)

Der Rang des Großkreuzes ist ein Zeichen höchster Auszeichnung. Dieser Rang ist
Staatsoberhäuptern, Ministerpräsidenten und Ministern, Gouverneuren, Generälen etc. Mitgliedern
des Großmeisterlichen Rates, Leitern der Jurisdiktionen und anderen herausragenden Mitgliedern
des Ordens, die dem Großmeister treu und mit außerordentlicher Würde gedient haben,
vorbehalten.

Die Anredeformen für die verschiedenen Ränge sind:

Für Esquire, MLJ, OLJ und CLJ          Confrère, Consoer
Für KLJ                                         Chevalier
Für DLJ                                         Dame
Für KCLJ                                       Chevalier
Für DCLJ                                       Dame
Für GCLJ                                       Seine Exzellenz Chevalier
Für DCLJ                                       Ihre Exzellenz Dame

Die Mitglieder dürfen nur die oben angeführten mit dem Orden zusammenhängenden Präfixe
verwenden.


4.7 KATEGORIEN VON MITGLIEDERN
Für alle Aufnahmen in den Orden im Rang eines Ritters oder höher gibt es zwei Kategorien, jene
der Gnade und jene der Justiz. In der Regel wird kein Postulant in die Kategorie der Justiz
aufgenommen, wenn er nicht die in Absatz 4.8 nachstehend bezeichneten Kriterien erfüllt.
Mitglieder, die in die Kategorie der Justiz aufgenommen wurden, sind berechtigt, das Justizkreuz
des Ordens zu tragen. Jene Mitglieder, denen der Nachweis adeliger Abstammung nach diesen
Kriterien nicht gelingt, werden stets in die Kategorie der Gnade aufgenommen.


4.8 KRITERIEN FÜR DIE AUFNAHME IN DIE KATEGORIE DER JUSTIZ
Antragsteller für die Kategorie der Justiz haben ihr Wappen sowie einen beeideten Antrag mit all
ihren Vorfahren bis zu jenem vorzulegen, dessen adelige Abstammung und Adelsstatus über jeden
Zweifel hinaus festgestellt werden kann.

Jede im Antrag angeführte Generation muss zufriedenstellend nachgewiesen werden und
Geburtsdaten und -orte, und soweit zutreffend, Heirats- und Todesdaten der genannten Personen
sind anzugeben.

Jede Jurisdiktion innerhalb des Ordens legt ihre eigenen Kriterien für die Aufnahme in die Kategorie
der Justiz fest und übermittelt dem Großkanzler eine Kopie dieser Kriterien, welche den
Mindestanforderungen entsprechen müssen und vom Großmeister zu billigen sind.
Nach alter Tradition können geistliche Mitglieder des Ordens, die den Rang eines Kardinals der
römisch-katholischen Kirche innehaben, in die Kategorie der Justiz aufgenommen werden, da sie
protokollarisch als "Prinzen der römisch-katholischen Kirche" gelten. Diese Bestimmung gilt
gleichermaßen für gleichrangige Würdenträger anderer christlicher Religionsgemeinschaften.
Das Justizkreuz verleiht einem Mitglied keine vorrangige Stellung, da alle gleich sind; es ist ein
einfaches Symbol einer Tradition und erinnert an die Stellung des Ordens in seiner Geschichte.


4.9 GEISTLICHKEIT
Alle Priester und Geistlichen christlichen Glaubens werden als geistliche Mitglieder (Ordenskapläne)
aufgenommen. Postulanten, die Priester oder Geistliche sind, haben zusätzlich zu den in Absatz 4.2
vorgesehenen Unterlagen durch ihren zuständigen kirchlichen Vorgesetzten nachzuweisen, dass sie
gültig geweiht wurden und als Geistliche oder Priester ihrer jeweiligen Religionsgemeinschaft
angesehen sind.

Die Ränge der Geistlichen vom niedrigsten zum höchsten sind:

Assistenzkaplan (AChLJ) - entspricht dem Rang OLJ
Kaplan (ChLJ) - entspricht dem Rang CLJ
Seniorkaplan (SChLJ) - entspricht dem Rang KLJ oder KCLJ
Ordensprälat mit Kirchlichem Großkreuz (EGCLJ) - entspricht dem Rang GCLJ

Der Rang des Kirchlichen Großkreuzes ist ausdrücklich Kardinälen, Patriarchen, Bischöfen und
Erzbischöfen, Äbten aller christlichen Religionsgemeinschaften und dem Kirchlichen Großprior
vorbehalten.

Die Anredeformen für die verschiedenen Ränge sind:

Für AChLJ Wohlehrwürden
Für ChLJ Hochehrwürden
Für SChLJ Hochwürden
Für EGCLJ Seine Exzellenz oder Seine Eminenz

In jeder nationalen Jurisdiktion ernennt der Leiter der Jurisdiktion gemeinsam mit dem Kirchlichen
Großprior des Ordens einen Generalkaplan der Jurisdiktion. Alle Ernennungen von Geistlichen in
einer nationalen Jurisdiktion werden dem Generalkaplan der Jurisdiktion zur Billigung vorgelegt.


4.10 ANTRAG AUF MITGLIEDSCHAFT

Postulanten für eine Mitgliedschaft im Orden müssen ihren Antrag in zweifacher Ausfertigung samt
den in Absatz 4.2 vorgeschriebenen Dokumenten bei der Aufnahmekommission ihrer Jurisdiktion
einreichen, welche den Kandidaten billigen muss.

Nach dieser Billigung übermittelt die Aufnahmekommission der lokalen Jurisdiktion den Antrag
gemeinsam mit ihrer Empfehlung, im Wege der entsprechenden Amtsträger der betreffenden
Jurisdiktion, an die Großkanzlei.

Die Aufnahmekommission des Ordens entscheidet über die Aufnahme, den Rang und die Kategorie,
wird dabei soweit zweckmäßig von den Empfehlungen der Aufnahmekommission der lokalen
Jurisdiktion unterstützt und leitet die Anmeldung, falls gebilligt, gemeinsam mit ihrer Entscheidung
an den Großmeister weiter, der über die Aufnahme des Postulanten entscheidet und den Rang und
die Kategorie bestätigt. Die Entscheidung des Großmeisters ist endgültig und es ist keine Berufung
möglich.

Auf Empfehlung des Hohen Exekutivkomitees kann der Großmeister alle oder Teile dieser Aufgaben
an den Großkommendator des Ordens, den Großprior des Ordens, den Großkanzler des Ordens
oder den Leiter einer nationalen Jurisdiktion delegieren.


4.11 ERNENNUNG IN DEN STATUS „EMERITUS“
Die Verleihung des Status „Emeritus“ durch den Großmeister nach dem Abtreten ist ein Zeichen der
Ehre und Auszeichnung und erfolgt nach Rücksprache mit dem Großmeisterlichen Rat.

- Ein abgetretener Großmeister kann von einem Generalkapitel zum Großmeister Emeritus
  gewählt werden.
- Ein abgetretener Hoher Amtsträger kann von einem Generalkapitel zum Hohen Amtsträger
  Emeritus gewählt werden.
- Ein ehemaliger Leiter einer Jurisdiktion kann vom Großmeister zum Prior Emeritus oder Bailli
  Emeritus ernannt werden.
- Der Rang eines Emeritus hat keine Exekutivgewalt, sondern ist ein zeremonieller Titel und nur
  der Träger des aktiven Ranges hat zeremonielle Vorrechte.
- Der Rang eines Emeritus gilt auf Lebenszeit.


4.12 INSIGNIEN
Die Mitglieder sind verpflichtet, von ihrer nationalen Jurisdiktion die entsprechenden Insignien des
Ranges, den sie innehaben, zu erwerben. Der Großkustos der Insignien gibt die Preise bekannt, zu
denen die nationalen Jurisdiktionen diese Insignien von seiner Dienststelle erwerben können, sowie
die Preise, zu denen die nationalen Jurisdiktionen diese an die Mitglieder zuzüglich vereinbarter
örtlich anfallender Kosten, beispielsweise Porto und Umrechnungskurse, verkaufen dürfen. Diese
Preise sind streng einzuhalten, außer das Hohe Exekutivkomitee hat einer bestimmten nationalen
Jurisdiktion die Erlaubnis erteilt, Insignien von einem zugelassenen örtlichen Lieferanten zu kaufen
und andere Preise zu verlangen. Diese Erlaubnis wird für einen bestimmten Zeitraum erteilt.


4.13 INVESTITUREN
Der Großmeister hat die alleinige Befugnis, Investituren von Mitgliedern anlässlich ihres Eintritts,
ihrer Beförderung und Auszeichnung durchzuführen. Er kann diese Befugnis an Leiter der
Jurisdiktionen oder Hohe Amtsträger delegieren, die ihn vertreten und in solchen Fällen Mitglieder
in einen Rang einsetzen dürfen, der eine Stufe unter ihrem eigenen liegt.

Der Großkommendator wird neunzig Tage im Voraus von der gewünschten Investitur informiert.
Möchte der Leiter einer Jurisdiktion den Großmeister oder einen anderen Hohen Amtsträger zu
einer Investitur in einer nationalen Jurisdiktion einladen, sollte diese Einladung über den
Großkommendator übermittelt werden.


4.14 INAKTIVE MITGLIEDER
Mitglieder, die nicht an den hospitalischen, ökumenischen und sonstigen guten Werken des Ordens
teilnehmen und ihre Jahresbeiträge nicht entrichten, werden auf die Liste der inaktiven Mitglieder
gesetzt. Jede Jurisdiktion überprüft jährlich ihre Mitgliederliste und teilt in ihrem Jahresbericht dem
Vize-Großkanzler für Verwaltung die Namen jener Mitglieder mit, die gemäß diesem Absatz inaktiv
gestellt wurden.

Inaktive Mitglieder werden nicht länger gebeten, an den Aktivitäten des Ordens teilzunehmen, und
sie erhalten keine Informationen über Versammlungen des Ordens. Inaktive Mitglieder dürfen nur
die Insignien der höchsten Auszeichnungen der Verdienstmitgliedschaft, der Verdienstmedaille und
des Verdienstkreuzes tragen.


4.15 UMWANDLUNG VON INAKTIVER IN AKTIVE MITGLIEDSCHAFT
Ein inaktives Mitglied kann von seinem Leiter der Jurisdiktion mittels eines Ansuchens an den
Großkanzler auf die aktive Liste rückversetzt werden. Ein solches Ansuchen muss schriftlich
erfolgen, die Gründe für die Wiederaufnahme der aktiven Mitgliedschaft darlegen und eine
Bestätigung des Kassenverwalters der betreffenden nationalen Jurisdiktion aufweisen, wonach das
Mitglied seit der letzten Bezahlung vor seiner Inaktivstellung alle Beiträge bezahlt hat.


4.16 FÖRDERNDE MITGLIEDER
In Ausnahmefällen und im Ermessen der nationalen Jurisdiktion können Mitglieder um Aufnahme in
die Kategorie des Fördernden Mitglieds ansuchen, wenn sie in finanzieller Not sind, aber dennoch
eine aktive Rolle im Orden spielen und seine Ziele unterstützen möchten.


4.17 ÜBERTRITT ZWISCHEN JURISDIKTIONEN
Ein aktives Mitglied kann wegen eines Wohnsitz- oder Arbeitsplatzwechsels um Übertritt von einer
nationalen Jurisdiktion in eine andere ersuchen. Für solche Übertritte ist die Empfehlung der Leiter
der betreffenden Jurisdiktionen und die Billigung des Großkanzlers erforderlich.


4.18 RÜCKTRITT
Alle Mitglieder im Rang eines Komturs oder darunter dürfen zurücktreten. Jene im Rang eines
Komturs und darüber werden auf die Liste der inaktiven Mitglieder gesetzt.
Mitglieder, die zurückgetreten sind, dürfen weder die Insignien noch die Uniform des Ordens
tragen. Die Insignien sollten dem Leiter der Jurisdiktion zurückgegeben werden.


4.19 AUSSCHLUSS
Für den Ausschluss oder die Absetzung eines Mitglieds aus einem Amt muss unter Angabe von
Gründen für jede der beiden Maßnahmen ein schriftlicher Antrag an das Hohe Exekutivkomitee
gestellt werden. Eine solche Maßnahme ist durch unterstützende Dokumente zu rechtfertigen.
Dafür sind zumindest substanzielle Beweise für die schlechte oder rechtswidrige Ausführung der
Pflichten oder Aufgaben der Mitgliedschaft oder des Amtes durch das Mitglied erforderlich.
Gleichermaßen besteht ein Ausschließungs- oder Absetzungsgrund, wenn ein Mitglied einer Straftat
für schuldig befunden wurde. Alle Unterlagen sind an den Großkanzler zu senden, der sie überprüft
und bestimmt, ob der Antrag unverzüglich vom Hohen Exekutivkomitee behandelt werden kann
oder weitere Untersuchungen erforderlich sind.

Bei Mitgliedern der nationalen Jurisdiktionen sind solche Anträge vom Leiter der Jurisdiktion und
bei Mitgliedern des Großmeisterlichen Rates vom Großkommendator des Ordens und/oder vom
Großprior des Ordens vorzulegen. Sollte ein Antrag den Leiter einer Jurisdiktion oder einen anderen
hochrangigen Amtsträger betreffen, gilt Punkt 3 Absatz 3.15 der Verordnungen.

Mitglieder, die zumindest zwei Jahre lang inaktiv gestellt sind, dürfen vom Großkommendator des
Ordens auf schriftlichen Antrag des nationalen Leiters der Jurisdiktion aus dem Orden
ausgeschlossen werden.

Ausgeschlossene Mitglieder dürfen weder die Insignien noch die Uniform des Ordens tragen. Die
Insignien sollten dem Leiter der Jurisdiktion zurückgegeben werden.


4.20 MITGLIEDER, DIE DEN CHRISTLICHEN GLAUBEN AUFGEBEN
Alle Mitglieder des Ordens, die ihren christlichen Glauben aufgeben, beenden damit automatisch
ihre Mitgliedschaft im Orden. Ein ehemaliges Mitglied, das seinen christlichen Glauben erneuert,
kann über seine nationale Jurisdiktion ein Ansuchen auf Wiedereinsetzung an den Großmeister
stellen; bei berechtigten Gründen und mit Genehmigung des Großmeisters lebt die Mitgliedschaft
wieder auf.


5 GEISTLICHE ANGELEGENHEITEN DES ORDENS

5.1 GEISTLICHER BEIRAT
Der Geistliche Beirat unterstützt die nationalen Jurisdiktionen und berät den Großmeister und den
Großmeisterlichen Rat in allen ekklesiologischen und geistlichen Angelegenheiten des Ordens. Der
Beirat überprüft Investitur- und Vigilfeiern und kirchliche Abläufe um sicherzustellen, dass im
gesamten Orden gute Praktiken und Gepflogenheiten herrschen.


Mitgliedschaft im Beirat:

a) Die Mitgliedschaft im Beirat erfolgt nach Einladung des Großmeisters auf Empfehlung des
Kirchlichen Großpriors.

b) Der Beirat hat höchstens zwölf Mitglieder; es kann aber als hilfreich erachtet werden, von
    Zeit zu Zeit Mitglieder ohne Stimmrecht von Amts wegen zu ernennen, die bestimmte
    Aufgaben unterstützen.

c) Aus Gründen der Kontinuität und Erfahrung werden einige der Mitglieder anfänglich für
    fünf, andere für vier und andere für drei Jahre ernannt. Danach verbleiben die Mitglieder
    für die Dauer von fünf Jahren im Amt.

d) Die Mitglieder setzen sich, soweit durchführbar, aus allen christlichen
    Religionsgemeinschaften zusammen, um eine möglichst ausgeglichene Vertretung zu erreichen.

e) Der Kirchliche Großprior ist Vorsitzender des Beirats.

f) Der Geistliche Protektor wird vom Kirchlichen Großprior über alle Sitzungen, Tagesordnungen,     
   Berichte und Protokolle aller Sitzungen des Geistlichen Beirats vollständig informiert.

5.2 DIE ÖKUMENISCHE KOMMISSION


Die Ökumenische Kommission ist eine der beiden ständigen Kommissionen des Ordens (die andere
ist die Hospitalische Kommission). Die Kommission besteht aus allen Generalkaplänen der
Jurisdiktionen unter dem Vorsitz des Kirchlichen Großpriors, der von Amts wegen fungiert. Sie tritt
nach Einberufung durch den Kirchlichen Großprior des Ordens zumindest bei jeder Tagung des
Großmeisterlichen Rates zusammen.

Die Ökumenische Kommission dient als wichtigstes Forum für die Planung, Empfehlung,
Durchführung und Bewertung der geistlichen Aktivitäten der nationalen Jurisdiktionen des Ordens
und des gesamten Ordens unter vollständiger Kenntnisnahme der Ratschläge des Geistlichen
Beirats.

Jede Jurisdiktion wird durch den Generalkaplan der Jurisdiktion oder seinen designierten Vertreter
vertreten.


5.3 GENERALKAPLAN DER JURISDIKTION
Der Leiter jeder nationalen Jurisdiktion des Ordens ernennt nach Rücksprache mit dem Kirchlichen
Großprior des Ordens ein hochrangiges klerikales Ordensmitglied der Jurisdiktion zum
Generalkaplan der Jurisdiktion. Der Generalkaplan der Jurisdiktion ist gemeinsam mit dem Leiter
der Jurisdiktion und im Einklang mit dem christlichen und ökumenischen Charakter des Ordens für
die (strategische und taktische) Gesamtplanung, Empfehlung, Durchführung und Bewertung der
geistlichen Aktivitäten verantwortlich.

Der Generalkaplan der Jurisdiktion untersteht dem Leiter der Jurisdiktion in allen organisatorischen
und administrativen Belangen hinsichtlich der laufenden Geschäftsaktivitäten und dem Kirchlichen
Großprior in ordenspolitischen Angelegenheiten.
Der Generalkaplan der Jurisdiktion oder sein designierter Vertreter nehmen an allen Tagungen der
Ökumenischen Kommission teil und beteiligen sich aktiv am gesamten Informationsaustausch mit
dem Kirchlichen Großprior, einschließlich der Erstellung eines Jahresberichts über die geistlichen
Aktivitäten der nationalen Jurisdiktion.


5.4 AUFNAHME VON GEISTLICHEN MITGLIEDERN IN DEN ORDEN
Zur Unterstützung der Jurisdiktionen prüft der Geistliche Beirat Aufnahmeanträge, die von
Geistlichen gestellt werden und weitere Erwägungen erfordern, und gibt dem jeweiligen Leiter der
Jurisdiktion Empfehlungen bezüglich der Aufnahme dieser Geistlichen in den Orden. Im Falle der
Uneinigkeit wird die Angelegenheit an den Großkommendator des Ordens zur Überprüfung bzw. an
den Großmeister weitergeleitet, dessen Entscheidung endgültig ist.


6 HOSPITALISCHE AUFGABEN UND VERPFLICHTUNGEN DES ORDENS
 

6.1 VERHALTEN DER MITGLIEDER
Der Orden gründet sich auf zwei grundlegende Prinzipien: das starke ökumenische geistliche
Bekenntnis und das Engagement für die Grundsätze der Ritterlichkeit und die guten Werke.
Von den Mitgliedern des Ordens wird daher erwartet, dass sie ihre persönlichen und beruflichen
Belange und ihr Privat- und Berufsleben im Einklang mit diesen Grundsätzen gestalten.
Jedes Mitglied nimmt auf angemessene Weise und in Übereinstimmung mit seinen Fähigkeiten,
Ressourcen und seiner Stellung aktiv am Streben nach ritterlichen und anderen guten Werken teil.
Diese Aktivitäten stehen im Einklang mit den Prioritäten der Jurisdiktion und den Prioritäten und
Zielen des gesamten Ordens. Demnach sind der Großhospitalier und der Hospitalier jeder
Jurisdiktion für die Leitung, Überwachung und Bewertung dieser Aktivitäten, die von den einzelnen
Mitgliedern im Einklang mit dem Großmeister, dem Großmeisterlichen Rat und den Leitern der
Jurisdiktionen durchgeführt werden, zuständig.


6.2 HOSPITALISCHE KOMMISSION
Die Hospitalische Kommission ist eine der beiden ständigen Kommissionen des Ordens (die andere
ist die Ökumenische Kommission). Die Kommission besteht aus allen Hospitaliers der Jurisdiktionen
unter dem Vorsitz des Großhospitaliers von Amts wegen. Sie tritt nach Einberufung durch den
Großhospitalier zumindest bei jeder Tagung des Großmeisterlichen Rates zusammen.
Die Hospitalische Kommission dient als wichtigstes Forum für die Planung, Empfehlung,
Durchführung und Bewertung der hospitalischen Aktivitäten der nationalen Jurisdiktionen des
Ordens und des gesamten Ordens.

Jede Jurisdiktion wird durch ihren Hospitalier oder den vom Großhospitalier gebilligten Vertreter
vertreten.


6.3 HOSPITALIER DER JURISDIKTION
Der Leiter jeder Jurisdiktion des Ordens ernennt nach Rücksprache mit dem Großhospitalier ein
Mitglied der Jurisdiktion, das ein Experte im Bereich des Gesundheitswesens ist oder eine
entsprechende alternative Qualifikation aufweist, zum Hospitalier der Jurisdiktion. Der Hospitalier
der Jurisdiktion ist gemeinsam mit dem Leiter der Jurisdiktion und im Einklang mit den
strategischen und taktischen Zielen des gesamten Ordens für die (strategische und taktische)
Gesamtplanung, Empfehlung, Durchführung und Bewertung der hospitalischen Aktivitäten der
Jurisdiktion verantwortlich.

Der Hospitalier der Jurisdiktion untersteht hinsichtlich der laufenden Geschäftsaktivitäten dem
Leiter der Jurisdiktion.

Der Hospitalier der Jurisdiktion oder sein vom Großhospitalier gebilligter Vertreter nehmen an allen
Tagungen der Hospitalischen Kommission teil und beteiligen sich aktiv am gesamten
Informationsaustausch mit dem Großhospitalier, einschließlich der Erstellung eines Jahresberichts
über die hospitalischen Aktivitäten der nationalen Jurisdiktion.