Militärischer und Hospitalischer Orden
des Heiligen Lazarus von Jerusalem
Großballei Deutschland
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Dieses Statut für den Lazarus-Orden Grossballei Deutschland wurde vom damaligen 
Justitiar Chev. Clemens STROETMANN KCLJ, GCMLJ 
unter Verwendung eines Vorschlages des zwischenzeitlich leider verstorbenen 
Chev. Dr. W. MEIN KCLJ, GCMLJ
erstellt. Es wurde vom Kapitel der Grossballei am 16. März 1997 verabschiedet.


Der damalige 48. Großmeister des Ordens François de Cossé, 13th Duc de Brissac hat dem Entwurf durch seine Unterschrift zugestimmt und ihn damit verfassungsgemäß in Kraft gesetzt.

Im Rahmen der Vereinigung wurde dieses Statut in Nürnberg neu gefasst und durch
die Mitgliederversammlung am 10.September 2011 im Kloster Heilsbronn durch
Beschluss verändert. Hier die aktuelle Fassung:


Statut

Statut der Großballei Deutschland des Militärischen und
Hospitalischen Ordens des Heiligen Lazarus von Jerusalem

Artikel 1
Name, Sitz und Zeichen

Der Orden führt den Namen „Militärischer und Hospilalischer Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem - Großballei Deutschland“ unter der Autorität des Großmeisters.

Sitz des Ordens in Deutschland ist der Wohnsitz des Großbailli. Ist das Amt des Großbailli vakant, ist der Sitz des Ordens der Wohnsitz des Baillis. Ist auch das Amt des Baillis vakant, ist Sitz der Wohnort des Kanzlers.

Das Wappen der Großballei Deutschland zeigt auf silbernem Schild ein grünes Balkenkreuz, in dessen linken oberen Feld sich auf goldenem Grund der schwarze, orangerot bewehrte ottonische Reichsadler befindet. Der Schild liegt auf dem grünen achtspitzigen Kreuz, über dem die Ordenskrone ruht.


Artikel 2
Ziel und Aufgaben

Ziel des Ordens ist es, den christlichen Glauben und das Rittertum zu bewahren und zu verteidigen, die Armen, Kranken und Sterbenden zu schützen, ihnen beizustehen, sie zu unterstützen und ihnen zu helfen sowie die Prinzipien des christlichen Rittertums zu fördern.

Zu den Aufgaben des Ordens zählen deshalb besonders

die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege sowie der Pflege der Kranken, Verwundeten, Verletzten und Unfallgeschädigten, vor allem der
Leprakranken, der Fürsorge der Alten, Siechen, Bedürftigen und Armen,

die Betreuung der bedürftigen Jugend und der körperlich und wirtschaftlich Schwachen,

die Hilfeleistung in Katastrophen- und Notfällen,

die Verständigung zwischen den großen Religionen, besonders den Religionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts und deren Arbeit für die christliche Kirche und Wiedervereinigung der christlichen Kirchen,

die Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung in christlich-abendländischem Geist,

die karitativen Hilfen im Internationalen Bereich.

Auf diese Ziele und Aufgaben ist jedes Ordensmitglied kraft seines Gelöbnisses verpflichtet.


Artikel 3
Mitgliedschaft

Mitglied des Ordens kann jede voll geschäftsfähige natürliche Person werden.

Voraussetzungen sind:

- sie ist ein eingeschriebenes Mitglied einer christlichen Kirche. Innerhalb derer sie ihren christlichen
   Glauben praktiziert.

- sie muss sich zur Wahrung der Tradition des christlich-ritterlichen Ordens, den aus dieser Tradition
  stammenden Grundsätzen, besonders den Geboten der Treue und des Gehorsams, zur Einhaltung aller
  internationalen und national gültigen Normen und Beschlüsse bekennen und ihnen folgen.

- sie muss bereit sein, sich durch vorbildliche Haltung, Tatkraft und mutiges christliches Bekenntnis
  auszuzeichnen, das Ansehen des Ordens zu fördern und sich für dessen karitativ-diakonisches Werk
  aktiv einzusetzen.

- sie muss sich verpflichten, den vom Ordenskapitel festzusetzenden jährlichen Beitrag zu zahlen. Das
   Nähere ergibt sich aus den dazu vom Ordenskapitel zu fassenden Beschlüssen einzusetzen.

Jeder, der in den Orden aufgenommen werden möchte, wird zunächst mindestens ein Jahr lang als Gast geführt (Postulant/Postulantin). Innerhalb dieser Zeit ist er gehalten, an möglichst vielen Veranstaltungen und Aktivitäten des Ordens teilzunehmen und ein persönliches Verhältnis zu den Ordensmitgliedern zu finden. Die Zeit als Gast dient dazu seine eigene Entscheidung und die des Ordenskapitels zu fundieren und abzusichern.

Während der Zeit als Gast wird der Postulant begleitet von zwei Ordensmitgliedern, die als Mentoren bei Beantragung der Aufnahme in den Orden die Bürgschaft für ihn übernehmen. Die beiden Mentoren müssen grundsätzlich Ritter sein; in Ausnahmefällen genügen ein Ritter und ein Offizier. Die Zeit als Gast von einem Jahr kann im Einzelfall ausnahmsweise verkürzt werden, wenn dafür ganz besondere Gründe in der Person des Postulanten vorliegen, und besondere Interessen des Ordens diese Ausnahme rechtfertigen.

Der/die Postulant/in hat einen schriftlichen Aufnahmeantrag zu stellen, alle darin enthaltenen Fragen richtig und vollständig zu beantworten und alle zugehörigen Urkunden vorzulegen; die Mentoren müssen den Antrag schriftlich befürworten.

Das Ordenskapitel leitet den Aufnahmeantrag, sofern ihm stattgegeben werden soll, mit einer Empfehlung zum Rang des Aufzunehmenden dem Großmeister über die Großkanzlei zu.

Der Großmeister entscheidet über Aufnahme und Rang. Seine Entscheidung ist endgültig.

Die Aufnahme in den Orden wird wirksam mit der Ernennung durch den Großmeister durch Aushändigung der Investitururkunde.

Die Aufnahme der Postulantin/des Postulanten in den Orden vollzieht sich durch die feierliche Investitur in Anwesenheit der Ordensgemeinschaft bei der die Postulantin/der Postulant das Ordensgelöbnis abgibt.

Der Investitur geht voraus die Vigil, an der teilzunehmen der Postulant verpflichtet ist. Sie gibt ihm Gelegenheit, mit den Ordenskaplänen und mit der Ordensgemeinschaft in einer geistigen Besinnung seine Entscheidung nochmals zu überprüfen, Einlass in den Orden zu begehren, und die mit der Aufnahme verbundenen Pflichten zu übernehmen und zu erfüllen fähig und willens zu sein.


Artikel 4
Rechte und Pflichten der Ordensmitglieder

Jedes Ordensmitglied hat das Recht,
sich Jederzeit in allen Angelegenheiten an den Kanzler zu wenden, um persönliche Belange seiner Ordensmitgliedschaft oder den Orden betreffende Fragen zu erörtern;
vom Ordenskapitel jederzeit alle Auskünfte und Informationen zu erbitten und alle Hilfen anzufordern, deren es zur Erfüllung übernommener Ordensaufgaben oder zur Durchführung eigener Initiativen für den Orden bedarf;
- je nach Anlass bei Ordensversammlungen den Ordensmantel, die Ordensuniform und die Ordensinsignien zu tragen. Es hat dabei bestehende Vorschriften zu beachten; an allen Ordensveranstaltungen teilzunehmen.

Jedem Ordensmitglied obliegen vor allem die folgenden Pflichten:
alte internationalen und nationalen Regeln des Ordens zu befolgen
der Ordensobrigkeit Gehorsam zu erweisen
Disziplin und Solidarität zu üben
die vom Ordenskapitel angeordnete Präsenzpflicht zu erfüllen
darüber hinaus bei möglichst vielen Ordensveranstaltungen - national und international
teilzunehmen
regelmäßig und ohne Verzug den Jahresbeitrag zu entrichten
weitere gute Werke für den Orden gemäß seinen Aufgaben und Zielen zu tun
jedem Ordensbruder und jeder Ordensschwester ritterlich zu begegnen
um die Gewinnung neuer Ordensmitglieder bemüht zu sein


Artikel 5
Ende der Ordensmitgliedschaft

Die Ordensmitgliedschaft endet durch Tod, Austrittserklärung, Ausschluss (Exklusion) oder durch den endgültigen Austritt aus einer christlichen Kirche.

Der Ausschluss eines Mitglieds erfolgt unter Beachtung der Ordensverfassung auf Beschluss des Ordenskapitels durch den Graßbailli oder durch den Bailli in Vertretung des Großbailli.

Der Ausschluss ist zulässig, wenn:
- das Ordensmitglied ohne rechtfertigende Gründe die ihm obliegenden Pflichten und
   Aufgaben über längere Zelt nicht erfüllt hat
- es seiner Beitrags- und Spendenzahlungspflicht über mehr als zwei Jahre nicht
   nachgekommen ist
- es das Ansehen und die Interessen des Ordens verletzt oder geschädigt hat
- es einen unchristlichen oder unsittlichen Lebenswandel führt
- bei schwerwiegenden Verstößen gegen den Ordensgeist, vornehmlich gegen das
   Gebot ritterlichen Verhaltens
- es wegen eines Vergehens oder eines Verbrechens rechtskräftig verurteilt ist.

Gegen den Beschluss des Ordenskapitels kann das betroffene Mitglied den Großmeister des Lazarus-Ordens anrufen.


Artikel 6
Inaktive Mitglieder

Der Ausschluss eines Ordensmitglieds kann und soll nur erfolgen, wenn andere Möglichkeiten der Einwirkung auf das Ordensmitglied keinen Erfolg zeigen. Zu diesen anderen Möglichkeiten zählt die Inaktivierung.

Ordensmitglieder die gegen die ihnen obliegenden Pflichten, vor allem die Pflicht zur Beitragsleistung und die Pflicht zur aktiven Teilnahme am Ordensleben verstoßen, können durch Beschluss des Ordenskapitels in den Stand eines “inaktiven Mitglieds“ versetzt werden.

Die Versetzung In den Stand eines „inaktiven Mitglieds“ erfolgt auf Antrag des Betroffenen oder - im Falle einer andauernden oder wie der wiederholten Pflichtverletzung - auf Antrag eines oder mehrerer Mitglieder des Ordenskapitels. Im Falle der andauernden oder wiederholten Pflichtverletzung ist das betroffene Mitglied vor der Entscheidung zu hören.

Die Inaktivierung eines Mitglieds hat zur Folge, dass seine Rechte, besonders das Stimm- und Rederecht in der Ordensversammlung,

das Recht zum Tragen der Ordensinsignien einschließlich der Uniform im In- und Ausland

das Recht zur Führung des ihm verliehenen Dienstgrades und Titels im Verkehr mit Ordens- und Nichtordensmitgliedern ruhen. Die Pflicht zur Zahlung des Mitgliedsbeitrages besteht unbeschadet der Inaktivierung fort.

Verstöße gegen die Folgen der Inaktivierung sind schwere Pflichtverletzungen. Sie führen regelmäßig zum Ausschluss aus dem Orden. Der Ausschluss muss erfolgen, wenn das inaktive Mitglied seiner Pflicht zur Beitragsleistung über mehr als zwei Jahre trotz mehrmaliger Mahnung nicht nachgekommen ist.

Die Beitragsleistung an den Orden wird von Ordensmitgliedern, die zugleich Mitglied des Vereins der Freunde und Förderer der Ziele des Militärischen und Hospitalischen Ordens des Heiligen Lazarus von Jerusalem e.V. sind, durch Beitragsleistung an den Verein erbracht. Die übrigen Mitglieder leisten ihren Beitrag unmittelbar an den Tresorier.


Artikel 7
Ordensregierung und Ordensorgane in Deutschland

Der Großbailli ist das Oberhaupt der Großbaillei Deutschland.

Er entscheidet innerhalb der Jurisdiktion als oberste Instanz in allen Fragen, die nicht durch die allgemeinen Satzungen und Normen des Ordens geregelt sind.

Der Großbailli wird durch das Ordenskapitel dem Großmeister zur Ernennung vorgeschlagen. Dieser entscheidet über seine Berufung. Sein Vertreter ist der Bailli, dessen Berufung entsprechend vorgenommen wird. Der Grollbailli und der Bailli werden jeweils für zehn Jahre gewählt. Sollte einer nicht mehr in der Lage sein, sein Amt auszufüllen oder um Entbindung aus seinem Amt bitten, hat das Ordenskapitel dem Großmeister einen neuen Großbailli/Bailli zur Ernennung vorzuschlagen.

Das Ordenskapitel besteht aus
dem Kanzler
dem Referendar
dem Hospitalier
dem Justitiar
dem Almosenier
dem Ordenskaplan, den Ordenskaplänen
dem Tresorier
dem Editor
dem Marschall
dem Insignienbewahrer
dem Archivar
dem Visitator

Innerhalb der Ämter ist Personalunion zulässig.
Die Zahl der Kapitelmitglieder kann vermehrt oder verringert werden.

Die Mitglieder des Ordenskapitels werden durch den Großbailli berufen und abberufen.

Das Ordenskapitel führt unter dem Vorsitz des Kanzlers die Geschäfte des Ordens in Deutschland. Seine Beschlüsse sind für die Ordensgemeinschaft und jedes ihrer Mitglieder verbindlich, es sei denn, der Großbailli übt das ihm zustehende Vetorecht aus.

Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit gefasst, ausgenommen der Beschluss über die Auflösung des Ordens. Für diesen Beschluss sind eine ¾-Mehrheit des Ordenskapitels und ein mit ¾-Mehrheit abzugebendes Votum der Ordensversammlung erforderlich.

Im Rahmen der den Mitgliedern des Ordenskapitels erteilten Aufgaben und jeweiligen Weisungen des Ordenskapitels sind sie zu selbständiger. eigenverantwortlicher Erfüllung ihrer Dienste verpflichtet und gehalten, dem Ordenskapitel über ihre Arbeit laufend und erschöpfend zu berichten. Ohne vorherige Einwilligung des Ordenskapitels sind sie nicht berechtigt, Rechtsgeschäfte mit Dritten für den Orden einzugehen.


Artikel 8
Die Ordensversammlung

Die Ordensversammlung tritt mindestens einmal jährlich zusammen. Ihre Aufgabe ist es, an der Gestaltung des Ordenslebens, besonders an seinen hospitalischen Werken, aktiv mitzuwirken und nach Möglichkeiten zu suchen, den Orden nach Innen und außen zu stärken.

Im einzelnen hat die Ordensversammlung folgende Aufgaben:

- die Tätigkeitsberichte des Kanzlers und der Mitglieder des Ordenskapitels entgegenzunehmen;
- die Arbeit des Ordenskapitels kritisch zu würdigen und dadurch für die Zukunft zu befruchten;
- Vorschläge und Anregungen für die Arbeit des Ordenskapitels einzubringen;
- Empfehlungen über die Annahme und Änderung des Statutes zu verabschieden;
- bei schwierigen Angelegenheiten auf Initiative des Ordenskapitels oder der Ordensversammlung eine
   Meinungsbildung herbeizuführen, die in den Entscheidungsprozess des Ordenskapitels Eingang findet.

Die Ordensversammlung der Großbaillei Deutschland ist vom Kanzler schriftlich unter Einhaltung einer Frist von vier Wochen (maßgebend ist das Datum des Poststempels) unter Angabe der Tagesordnung einzuberufen.

Sie ist unabhängig von der Zahl der Erschienenen beratungs- und votierfähig. Sie kann mit der Mitgliederversammlung des Lazarus e. V. verbunden werden.


Artikel 9
Ordenskommenden

Innerhalb der Großbaillei Deutschland können regional Kommenden errichtet werden. Die Entscheidung darüber obliegt dem Ordenskapitel im Einvernehmen mit dem Großbailli, der auch auf Vorschlag des Ordenskapitels den Kommendator zu ernennen und weitere, den Gegebenheiten Rechnung tragende Anordnungen zu treffen hat.


Artikel 10
Organisation und Durchführung der karitativen und hospitalischen Werke

Organisation und Durchführung der karitativen und hospitalischen Werke des Ordens in Deutschland liegen in der Zuständigkeit und Verantwortung des Almoseniers und Hospitaliers.

Der Orden bedient sich der Hilfe und des Einsatzes aller Ordensangehörigen, gemeinsam mit denen dem Orden verbundenen Organisationen und Einrichtungen, die durch Beschluss des Ordenskapitels ermächtigt und im Namen des Ordens Hilfsprojekte zu planen, zu finanzieren, zu organisieren und durchzuführen.

In der Erfüllung seiner Aufgaben dient der Orden ausschließlich und unmittelbar mildtätigen und kirchlichen Zwecken. Er erstrebt keine wirtschaftlichen Gewinne.


Artikel 11
Auflösung

Im Falle der Auflösung des Ordens sind die finanziellen und materiellen Mittel nach Tilgung der Verbindlichkeiten ausschließlich mildtätigen und kirchlichen Zwecken zuzuführen; vornehmlich sind die Organisationen und Einrichtungen zu bedenken, die im Auftrag des Lazarus-Ordens auf diesem Gebiet tätig sind oder gewesen sind.

Die Erfüllung dieser Bestimmung obliegt dem zuletzt amtierenden Großbailli.


Artikel 12
Inkrafttreten

Dieses Statut ist nach Beschluss des Ordenskapitels am 10.09.2011 und der Genehmigung durch den Großmeister durch Erlass des Großbailli in Kraft getreten.



Johannisberg / Rheingau im März 1997
Überarbeitet, neu gefasst Nürnberg 2011